Viele Menschen träumen vom Wohnen in den eigenen vier Wänden. Der Erwerb einer Immobilie lohnt sich allerdings nicht nur, um selbst darin zu wohnen, sondern ebenso als Geldanlage und zur Altersvorsorge. Beim Kauf von Immobilien gibt es einiges zu beachten, damit eine Fehlinvestition oder langfristiger Ärger vermieden wird. Der wichtigste Faktor beim Immobilienkauf ist die Lage. Nicht umsonst hört man immer wieder, dass es beim Erwerb von Wohneigentum vor allem auf die drei L's ankommt (Lage, Lage, Lage). Doch ganz so einfach ist es nicht.
Wer bei der Beurteilung seines Eigenheimes nur auf die Lage am Waldesrand oder eine schöne Aussicht abstellt, könnte später enttäuscht sein. Vielmehr sollte man bei der Auswahl eines geeigneten Standortes auch die Alltagstauglichkeit berücksichtigen (Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, Zugang zum Nahverkehr, Schulen etc.). Das Grundstück sollte nicht zu klein gewählt werden, obwohl zusätzliche Größe mit Mehrkosten verbunden ist. Besteht ernsthaftes Interesse an einer bestimmten Immobilie, sollten die Eintragungen im Grundbuch auf eventuelle Belastungen (Überfahrtsrechte, Hypotheken usw.) hin überprüft werden. Genauso wichtig sind Erkundungen über mögliche Altlasten beim Umweltamt sowie darüber, ob der neue Immobilienbesitzer noch an möglichen Erschließungskosten beim Bau neuer Straßen in der Umgebung herangezogen kann. Vor allem beim Erwerb von Eigentumswohnungen kommt es vor, dass die zu verkaufende Wohnung noch vermietet ist. In diesem Fall ist Vorsicht geboten, denn der Käufer tritt automatisch in das bestehende Mietverhältnis ein - mit allen Rechten und Pflichten. Durch eine entsprechende Klausel im Kaufvertrag sollte daher unbedingt sichergestellt werden, dass die Wohnimmobilie zur Übergabe auch tatsächlich frei ist. Bei der Besichtigung der neuen Wohnung bzw. des Eigenheims lauern die nächsten Fallstricke. Die gravierenden Mängel sind in der Regel nicht unbedingt sofort zu erkennen. Besonders im Keller sowie im Dachgeschoss sollte ganz genau hingeschaut werden, z.B. ob die Wärmedämmung in Ordnung ist. Wer den Größenangaben im Kaufvertrag nicht traut, kann darüber hinaus einen Architekten damit beauftragen, die Quadratmeterzahl exakt nachzumessen. Dies ist jedoch genauso wie die Hinzunahme eines unabhängigen Bausachverständigen mit zusätzlichen Kosten verbunden und nicht immer unbedingt notwendig.
Beim Kauf einer Eigentumswohnung ist darüber hinaus noch ein zusätzlicher Aspekt zu beachten. Hier können wichtige Entscheidungen, die die gesamte Wohnanlage betreffen, nur zusammen mit den anderen Wohnungseigentümern getroffen werden. Eventuelle Risiken und versteckte Kosten, die sich aus diesem Problem ergeben, sollten nicht unterschätzt werden. Käufern von Eigentumswohnungen wird daher empfohlen sich die Protokolle und Beschlüsse der letzten Eigentümerversammlungen genau anzusehen, um beispielsweise herauszufinden, ob demnächst Sanierunsgmaßnahmen anstehen oder ob genügend Rücklagen vorhanden sind. Wichtig ist darüber hinaus, wieviele der anderen Eigentümer ihre Wohnung tatsächlich selbst bewohnen anstatt sie als Kapitalanlage zu nutzen und weiterzuvermieten. Je höher dieser Anteil ist, desto mehr werden sich die Bewohner des Hauses um den Erhalt ihres Eigentums bemühen sowie auf Ordnung und Sauberkeit achten.