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Norwegen gewinnt den Grand Prix Eurovision de la Chanson 2009

Alexander Rybak hat für Norwegen mit seinem Titel "Fairytale" souverän und ungefährdet den 54. Eurovision Song Contest in Moskau gewonnen. Einen so deutlichen Sieg (387 Punkte) hatte es in der Geschichte des Wettbewerbs bislang noch nicht gegeben. Der 23-jährige gebürtige Weißrusse spielte sich mit seinem Folk-Pop-Song und einem märchenhaften Auftritt schnell in die Herzen der Zuschauer. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten mit ordentlichem Punkteabstand die Beiträge aus Island und Aserbaidschan. Während Island mit einer wunderbaren Ballade angetreten war, die es durchaus verdient hatte weiter oben zu landen, versuchte es Aserbaidschan mit einem klassichen Ethno-Titel. Einen starken Song brachte dieses Jahr auch Großbrittanien an den Start. Jade Ewen sang eindrucksvoll die von keinem geringeren als Andrew Lloyd Webber komponierte Ballade "My Time". Die Musical-Koryphäe saß beim Auftritt selbst am Klavier und bescherte den Briten einen überraschend guten 5. Platz. Davor platzierte sich nur die Türk-Pop Nummer "Düm tek tek" der belgischen Sängerin Hadise, die für die Türkei antrat und lange Zeit sogar unter den ersten Dreien platziert war. Deutschland landete wie in den Vorjahren weit abgeschlagen im letzten Drittel der Rangliste, noch hinter der Schweiz. Österreich war erst gar nicht zum Contest angetreten. Dabei hatte man sich dieses Jahr vom Auftritt des Duos Oscar Sings Alex Swings mit ihrem Titel "Miss Kiss Kiss Bang" deutlich mehr erhofft. Unterstützt wurden die beiden von der amerikanischen Burlesque-Künstlerin Dita von Teese, die sich beim dem Bühnen-Auftritt nach einer Ermahnung durch die Eurovision-Veranstalter allerdings nicht so freizügig zeigen durfte, wie ursprünglich geplant war. Immerhin sprang für Deutschland mehr als der desaströse letzte Platz der "No Angels" im Vorjahr heraus.

Bei der Punktevergabe wurde dieses Jahr erstmals zumindest teilweise wieder auf das Urteil einer Fachjury zurückgegriffen. Jeweils zu 50 Prozent entschieden die Juroren und die Zuschauer per Telefonabstimmung, wer die Höchstpunktzahl aus jedem Land erhalten wird. Damit sollte auch das Abstimmungsverhalten einiger osteuropäischer Länder eingedämmt werden, die sichAlexander Rybak gewinnt den Grand Prix für Norwegen häufig gegenseitig aus alter Verbundenheit die Punkte zuschanzen und deshalb regelmäßig auf den vorderen Plätzen landen. Aus Deutschland war in der Vergangenheit ebenfalls des Öfteren deutliche Kritik am Abstimmungsmodus zu hören. Anstatt sich jedoch auf irgendwelche Verschwörungstheorien zu konzentrieren sollten sich die Verantwortlichen lieber wieder dem Wesentlichen zuwenden. Es mag ja so sein, dass durch ein paar Punkte vom Nachbarland oder den lasziven Hüftschwung einer leichtbekleideten Tänzerin ein paar Platzierungen gutgemacht werden können. Den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewinnt man jedoch immer nur mit einem guten Song und einem erstklassigen Bühnenauftritt, so wie es Norwegen dieses Jahr wieder eindrucksvoll bewiesen hat. Und daran mangelte es den deutschen Beiträgen in den letzten Jahren regelmäßig. Wäre Deutschland nicht einer der Hauptgeldgeber des Wettbewerbs würde es der deutsche Beitrag vermutlich gar nicht bis ins Finale schaffen. Was das bedeutet, hat der Grand Prix-Veteran Ralph Siegel mit seinem Wettbewerbsbeitrag für Montenegro erfahren, als er völlig zu Recht in einem der Halbfinals scheiterte. Bleibt für die Zukunft nur zu hoffen, dass nach Oslo endlich wieder einmal ein Beitrag entsendet wird, der tatsächlich die Qualität hat ganz nach vorne zu kommen. Wie das geht, hat Stefan Raab in der Vergangenheit ja mehrfach bewiesen, als er mit Guildo Horn, Max Mutzke oder bei seinem eigenen Auftritt mit "Waddehaddedudeda" am Ende zumindest unter den ersten zehn Teilnehmern landete.

Veröffentlicht am: 17. Mai 2009
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