In der aktuellen Ausgabe hat das Verbrauchermagazin die Sicherheit und Datenschutzrichtlinien von sozialen Netzen wie Facebook, Twitter sowie Online-Diensten wie Google, Ebay oder Amazon genauer untersucht. Dabei wurden zum Teil gravierende Mängel aufgedeckt. Gerade bei der Anmeldung zu solchen Netzwerken werden häufig persönliche Daten preisgegeben von denen der Benutzer eigentlich nicht möchte, dass diese in die falschen Hände geraten. Viele der Anbieter beachten allerdings schlichtweg die deutschen Datenschutzrichtlinien einfach nicht und speichern beispielsweise Benutzerdaten, obwohl das für die Nutzung des Dienstes nicht unbedingt erforderlich ist und in aller Regel anderen (zumeist Werbe-) Zwecken dient, als zunächst vermutet. Zudem erfährt der Benutzer gar nicht richtig, wann seine Daten wo gespeichert werden und warum. Gerade dort, wo das Datenschutzrecht eigentlich vorsieht, Benutzerdaten nur so sparsam wie möglich zu speichern, sammeln die untersuchten Dienste so viele Informationen wie sie bekommen können.
Nur wenige Anbieter verdienten sich im Test die Bestnote sehr gut, darunter vor allem deutsche Dienste wie StudiVZ, SchülerVZ oder Xing. Unternehmen mit Firmensitz im Ausland scheren sich dagegen oftmals wenig um den deutschen Datenschutz. Facebook beispielsweise, mit mehr als 400 Millionen Nutzern weltweit und neun Millionen deutschen Besuchern, schafft es nicht eine ordentliche Datenschutzerklärung zu veröffentlichen, sondern bietet dem deutschen Benutzer nur einen Text an, der im Prinzip nur eine schlecht übersetzte Variante der englischen Regelung ist. Dazu passt auch die Meldung, dass Facebook in Zukunft plant, die persönlichen Daten von seiner Nutzer ohne vorheriges Einverständnis an „ausgewählte" Geschäftspartner weiterzugeben. Der Nutzer soll der Weitergabe zwar widersprechen können, dazu muss er allerdings erst einmal mitbekommen, wann welche Daten an wen weitergegeben werden. Auch dies ist ein Beleg dafür, dass das Thema Datenschutz in den USA generell nicht gerade groß geschrieben wird. Andere Internet-Schwergewichte wie Ebay oder Amazon erhielten von den Testern zumindest die Note gut bzw. leicht verbesserungswürdig, die Datensicherheit von Google, Twitter sowie Youtube wurde dagegen mit „ungenügend" bewertet. Besonders ärgerlich ist, dass sich viele der Online-Anbieter zur Einleitung des deutschen Datenschutzes vertraglich verpflichtet haben (sog. Safe-Harbour-Abkommen), sich aber einfach nicht daran halten. Dem Benutzer solcher sozialen Netzwerke und Online-Dienste bleibt also in Zukunft wohl nur die Möglichkeit, sich genau zu überlegen, welche Daten er der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte und welche nicht. Im Zweifel sollte dann doch der ein oder andere Dienst komplett gemieden werden.