Das bekannte Online-Auktionshaus Papypal hat vor kurzem eine neue Richtlinie erlassen, die Kleinanbieter quasi dazu zwingt, den konzerneigenen Bezahldienst Paypal als Zahlungsweg zu nutzen. Wer eigene Artikel bei Ebay verkaufen möchte und bislang weniger als 50 Bewertungspunkte vorweisen kann, muss sich demnach bei Paypal registrieren um überhaupt irgendwelche Zahlungen abwickeln zu können. Konkurrenten des Online-Auktionshauses hatten nun beim Bundeskartellamt eine Beschwerde eingereicht in der sie einen Verstoss gegen die Wettbewerbsbedingungen monierten. Ihrer Meinung nach werden durch die neue Richtlinie dem eigenen Tochterunternehmen Paypal mit unlauteren Mitteln Kunden zugeschanzt und damit zusätzliche Gewinnmöglichkeiten eröffnet. Immerhin verdient Paypal pro 100 Euro Umsatz etwa 2 Euro an Provisionen.
Die Richter des Kartellamtes haben nun die Beschwerde im Prinzip abgelehnt noch bevor es überhaupt zu einer Verhandlung kommt indem auch sie die Vorteile dieser Regelung berücksichtigten. Im Endeffekt profitieren alle Ebay-Nutzer von den neuen Richtlinien, denn dadurch wird der gesamte Online-Marktplatz sicherer. Die Zahl der Kundenbeschwerden konnten deutlich verringert werden und die zusätzliche Absicherung der Käufer durch den „Paypal-Zwang" für kleine Anbieter sorgt für reibungslose Abläufe. Falls der Artikel nicht geliefert wird oder der Erwerber eines Artikels der Beschreibung widerspricht, wird der volle Kaufpreis zurückerstattet, falls bereits bezahlt wurde. das Gericht stellte allerdings eindeutig kalr, dass mit dieser Entscheidung die Frage einer marktberherrschenden Stellung von Ebay noch keineswegs entschieden ist.
Die Ebay-Nutzer haben verärgert und mit zum Teil harscher Kritik auf die neuen Regelungen reagiert. Gerade Kleinanbieter müssen nun quasi doppelt Gebühren zahlen, nämlich zuerst an Ebay, wenn sie einen Artikel versteigern und dann noch einmal an Paypal, wenn sie das Geld empfangen. Es gab aber auch viele Benutzer die zumindest Verständnis für die neue Regelung zeigten, da so die Sicherheit der Plattform erhöht wird. Ebay selbst begrüßte die Entscheidung selbstverständlich und stellte heraus, dass die Richter damit vor allem den Nutzen der Initiative erkannt haben. Bleibt abzuwarten, ob einige der Verkäufer nun ihre Drohung wahr machen und Ebay endgültig den Rücken kehren bzw. welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung des Online-Auktionshauses haben wird.