Finanzen und Geldanlage sind nicht jedermanns Sache. Aktien, Anleihen, Zertifikate und das Fachchinesisch des Bankberaters bringen einige Menschen regelmäßig an den Rand der Verzweiflung. Dabei ist es eigentlich nicht sonderlich kompliziert, sein Vermögen zu vermehren. Wer genügend Zeit und Lust hat, kann sich natürlich tiefgründig in das Thema Geldanlage einarbeiten. Voraussetzung für Erfolg am Kapitalmarkt ist das jedoch nicht. Im Gegenteil, kluge Anleger wissen, dass ihr Fachwissen begrenzt ist und lassen sich gar nicht erst auf komplizierte Geschäfte ein. Wichtig für den Anlageerfolg ist nämlich vor allem die geschickte Aufteilung (Streuung) des Vermögens auf verschiedene Anlagetypen. Dieses Vorgehen (Diversifizierung) senkt das Risiko und erhöht den Ertrag (Rendite).
Wie das eigene Anlagedepot aussehen sollte, dafür kann es von den Finanzexperten nur schemenhafte Vorschläge geben, denn die richtige Anlagestrategie ist für jeden Menschen verschieden. Nicht nur die Bestimmung des optimalen Aktienanteils im Depot kann nur dann korrekt geschehen, wenn solche Faktoren wie das Alter, die Ausbildung, die Risikobereitschaft, die persönlichen Ziele oder die Lebensumstände dabei berücksichtigt werden. Bevor es tatsächlich losgeht mit dem Geldanlegen, sollte erst einmal das Vermögen aufgelistet und analysiert werden. Oft stellt man dabei bereits fest, dass zuviel Geld in einer bestimmten Anlageform steckt, anstatt es über verschiedene Vermögensklassen (z.B. Aktien, Immobilien, Renten, Rohstoffe, liquide Mittel usw.) zu streuen. Es geht für private Anleger bei der Geldanlage nicht darum zu entscheiden, ob entweder in Aktien oder doch nur in Anleihen investiert werden soll. Vielmehr muss sich jeder Anleger entsprechend seiner persönlichen Risikoneigung Gedanken machen, wovon er etwas mehr und wovon er etwas weniger haben möchte.
Genauso wichtig wie die Planung der Anlagestrategie ist Absicherung der eigenen Vermögenswerte. Dazu zählen neben den vorhandenen Sachwerten die eigene Bildung oder der erlernte Beruf. Die private Haftpflichtversicherung sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind daher absolut unverzichtbar. Wenn diese beiden elementaren Risiken abgesichert sind, kann man sich der eigentlichen Geldanlage zuwenden. Es ist kein Geheimnis, dass private Anleger in Finanzdingen entweder zu pessimistisch oder zu optimistisch denken und dadurch irgendwie immer wieder den optimalen Zeitpunkt für den Einstieg oder Ausstieg bei einer bestimmten Geldanlage-Kategorie verpassen. Selbst Anlageprofis lassen sich ab und an von ihrer Umwelt anstecken und legen ihr Geld nicht optimal an. Eigentlich bringt das ständige Umschichten der Wertpapiere im Depot sowieso nichts, denn Marktdurchschnitt schlagen nur die wenigsten Anleger. Da ist es besser man setzt gleich von Beginn an auf einen Index (z.B. mit einem Indexfonds oder einem Indexzertifikat) und wartet einfach ab. Wer erfolgreich Geld anlegen will, muss eigentlich nur sein Vermögen streuen und keine Einzeltitel erwerben, die zu weit vom Durchschnitt entfernt sind. Wie die grundsätzliche Struktur des eigenen Portfolios aussehen soll, muss allerdings jeder selber entscheiden oder sich diesbezüglich von einem Fachmann beraten lassen. Einmal pro Jahr sollte dann die eigene Finanzsituation überprüft und die Geldanlagen entsprechend angepasst werden. Die Fragen, die man sich dabei stellen sollte sind immer dieselben: Wofür und wann benötige ich später möglicherweise Geld? Wovon habe ich zu wenig? Was hat sich seit der letzten Analyse verändert? Wer diese kleinen Ratschläge beherzigt, dürfte eigentlich beim Gedanken an die eigenen Finanzen keine Kopfschmerzen mehr bekommen.